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Die EU Business Wallet (EBW) ist eine europäische digitale Wallet für Unternehmen und Organisationen (Hersteller, Händler, Reparateure, Wirtschaftsakteure usw.). Ihr Hauptzweck besteht darin, dass eine Organisation ihre Identität und ausgewählte offizielle Attribute nachweisen und diese Nachweise anschließend standardisiert in B2B-Prozessen sowie gegenüber öffentlichen Stellen vorlegen kann. Die EBW ist auf Interoperabilität innerhalb der EU ausgelegt: Ein Unternehmen soll dieselbe Wallet in verschiedenen Ländern und Branchen nutzen können, ohne wiederholt Unterlagen einzureichen oder unterschiedliche Dokumentformate bereitstellen zu müssen. Funktional kann eine EBW digital signierte Nachweise (insbesondere Verifiable Credentials) speichern und präsentieren und je nach Anwendungsfall Statusmechanismen wie Gültigkeitszeiträume oder Widerruf verwenden. Der zentrale Vorteil ist der Wechsel von “deklarativem Vertrauen” (PDFs, E-Mails, Scans) zu überprüfbarem Vertrauen: Empfänger können Integrität und Herkunft kryptografisch prüfen und die präsentierten Informationen zuverlässig validieren. Zudem unterstützt die EBW Datenminimierung: Es werden nur die notwendigen Informationen geteilt – zum richtigen Zeitpunkt – bei gleichzeitig hohem Vertrauensniveau. Im Kontext des Digital Product Passport (DPP) kann die EBW beispielsweise ermöglichen, dass ein Hersteller nachweist, der legitime Aussteller eines Produktpasses zu sein, oder dass Akteure der Lieferkette Compliance-, Herkunfts- oder Reparierbarkeitsdaten sicher austauschen. In Kombination mit Standards wie W3C Verifiable Credentials (VCDM 2.0) und Implementierungs-Frameworks wie Veramo fördert die EBW Automatisierung: Identitätsprüfung, Konformitätskontrolle, Rückverfolgbarkeit und grenzüberschreitende Prozesse. Kurz gesagt schafft die EBW eine Grundlage, um Vertrauen zwischen Unternehmen zu industrialisieren, administrative Last zu reduzieren und den sicheren Datenaustausch im europäischen Ökosystem zu ermöglichen.