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Verifiable Credentials (VCs) sind digitale Nachweise, die vom W3C im Verifiable Credentials Data Model (VCDM) standardisiert wurden; Version 2.0 modernisiert und stärkt das Modell. Ein VC ist vergleichbar mit einem digitalen “amtlichen Dokument” (Konformitätserklärung, Zertifikat, Unternehmensidentitätsnachweis, Attributbestätigung), besitzt jedoch eine entscheidende Eigenschaft: Er wird kryptografisch von einem identifizierten Aussteller signiert, sodass Dritte Authentizität und Integrität automatisch prüfen können. Das Modell beruht auf klaren Rollen: Der Aussteller (Issuer) signiert, der Inhaber (Holder) speichert und präsentiert, und der Prüfer (Verifier) verifiziert. “Verifizierbar” bedeutet, dass Signatur und Struktur validiert werden können und – je nach Mechanismus – Gültigkeitszeiträume, Zeitstempel oder Widerruf berücksichtigt werden. Der Nutzen besteht darin, Prüfungen zu industrialisieren, die sonst auf heterogenen Dokumenten beruhen würden: Ein Prüfer kann Annahme oder Ablehnung automatisieren, behält aber die Entscheidungshoheit darüber, welchen Ausstellern vertraut wird. Im Digital Product Passport (DPP) liefern Verifiable Credentials eine robuste Vertrauensebene. Anstatt lediglich “das Produkt ist konform” zu behaupten, kann ein Hersteller oder eine Stelle einen signierten Nachweis ausstellen, der eine Aussage an einen Produktidentifikator (GTIN, Charge, Seriennummer) und an eine Ausstelleridentität bindet. Händler, Reparateure, Verbraucher oder Behörden können die Signatur prüfen und Manipulation erkennen. Das unterstützt Anti-Fälschung, sichert Claims (Nachhaltigkeit, Compliance) und ermöglicht automatisierte Prozesse (Retouren, Garantie, Kontrollen). Frameworks wie Veramo ermöglichen das Ausstellen und Verifizieren von VCs gemäß W3C VCDM 2.0 und die Integration in Geschäftsprozesse. Kurz gesagt machen Verifiable Credentials digitale Nachweise portabel, interoperabel und im großen Maßstab prüfbar.